I   SOLO WORKS
ATROPA BELLA DONNA

Foto: Peter Werner




DE



Eine Akustik-Performance in 3 Phasen –


Christian Wolz, ein Künstler ohne schöpferischen Größenwahn, schafft seine Werke nicht aus dem Nichts, er schafft sie aus Allem. Dabei beschert ihm sein Außenseitertum eine beneidenswerte Sicht auf die Welt und ermöglicht ihm die Integration von so vielem in seine musikalischen Bilder. Sehr frei balanciert er mit dem Material, den Bildern und Tönen, kombiniert sie spannend, sehr hörbar, herausfordernd, überraschend. So auch in seinem neuen Programm Atropa Bella Donna.

„Wir werden durch visuelle Reize so stark beeinflusst und manipuliert, dass wir alles Akustische, welches die Wahrnehmung viel realistischer, zentraler und direkter trifft und somit auch emotional stärker beeinflusst, vergraben und ausblenden“, sagt Christian Wolz. Dennoch liege das Gehörte im Verborgenen; alles werde registriert, so der Künstler, dessen erklärtes Ziel es ist, verborgene Wahrnehmung wieder sichtbar werden zu lassen und die Zuhörer in ihre ureigenen Tiefen vordringen zu lassen, weiter.

Wolz gibt seinem Publikum im Rahmen seines neuen Programms die Möglichkeit, sich selbst wieder zu spüren und sich - fernab der allgegenwärtigen visuellen Reizüberflutungen der Konsumwelt - wieder auf die ureigensten Sinne zu konzentrieren.

Frei dem Motto „Alles was Du hörst, speicherst Du“ dringen differenzierte Stimmungen mit der feinst ausgebildeten und entwickelten Stimme des Stimmkünstlers herüber, es scheint keine Gefühlslage, keine Idee zu geben, die er nicht ausdrücken könnte. Wie ein Tänzer, der eins mit seinem Körper ist, ist Wolz eins mit seiner Stimme. In seiner Musik steckt die Gleichzeitigkeit - oder etwa die Zeitlosigkeit? Der Künstler zeigt uns Geschichten unseres Seins, aber Vergangenheit und Zukunft scheinen immer gleichzeitig im Raum zu schwingen.

Wolz arbeitet seit Jahren an Konzepten, die in erster Linie das Gehör ansprechen. In diesem Werk geht der Künstler mit einer Radikalität wie in früheren Arbeiten, jedoch in einer weiter entwickelten Ausdrucksform vor, die das Publikum dazu zwingt, sich auf das Hörorgan zu konzentrieren, sich auf das Hörbare einzulassen und eigene innere Bilder, Formen und Emotionen entstehen zu lassen. Seine Musik ist expressiv und soll nicht nur akustisch, sondern auch physisch zu spüren sein! Ein selbst gesetztes Ziel, das er wie schon in seinen vorherigen Programmen, mit Leichtigkeit erreicht.

EN



An acoustic performance in 3 phases


Christian Wolz is an artist without creative megalomania – he creates his work out of nothing and out of everything. His fringe existence allows an enviable view on the world where he integrates so many things in his musical pictures. He balances very freely with his material, the pictures and sounds, and the way he combines them is exciting, challenging and surprising.

„Visual stimuli manipulate us so strongly that we tend to burry and fade out everything we hear“, says Christian Wolz. „But sounds are much more realistic and can be emotionally very influencing.“

The artist knows about the fact, that we register everything we hear and his aim is to make us see our hidden perception and to lead us into our own, personal depths.

His new programme offers us the possibility to feel ourselves and to concentrate on our own senses – far away from the all-pervasive stimulus satiation of the consumer society.

According to the principle that we store up everything we hear, Wolz seems to be able to express every idea and every emotion, mainly by using his trained and skilled voice. Like a dancer who is at unity with his body, Wolz is at unity with his voice. In his music we find simultaneousness – or is it timelessness? The artist shows us stories of our being, but the past and the future seem to be vibrating in the room as well.

For many years now, Wolz is working on concepts that first of all address our hearing.
With this new work Wolz is more radical than in earlier programmes because he forces the audience to concentrate on their organ of hearing, forces us to let ourselves in for what we hear and to allow own inner pictures, forms and emotions to rise.
His music is expressive and is supposed to be felt not only acoustically, but also physically.