Atropa Bella Donna

Foto: wernerimages.com
Eine Akustik-Performance in 3 Phasen –


Christian Wolz, ein Künstler ohne schöpferischen Größenwahn, schafft seine Werke nicht aus dem Nichts, er schafft sie aus Allem. Dabei beschert ihm sein Außenseitertum eine beneidenswerte Sicht auf die Welt und ermöglicht ihm die Integration von so vielem in seine musikalischen Bilder. Sehr frei balanciert er mit dem Material, den Bildern und Tönen, kombiniert sie spannend, sehr hörbar, herausfordernd, überraschend. So auch in seinem neuen Programm Atropa Bella Donna.

„Wir werden durch visuelle Reize so stark beeinflusst und manipuliert, dass wir alles Akustische, welches die Wahrnehmung viel realistischer, zentraler und direkter trifft und somit auch emotional stärker beeinflusst, vergraben und ausblenden“, sagt Christian Wolz. Dennoch liege das Gehörte im Verborgenen; alles werde registriert, so der Künstler, dessen erklärtes Ziel es ist, verborgene Wahrnehmung wieder sichtbar werden zu lassen und die Zuhörer in ihre ureigenen Tiefen vordringen zu lassen, weiter.

Wolz gibt seinem Publikum im Rahmen seines neuen Programms die Möglichkeit, sich selbst wieder zu spüren und sich - fernab der allgegenwärtigen visuellen Reizüberflutungen der Konsumwelt - wieder auf die ureigensten Sinne zu konzentrieren.

Frei dem Motto „Alles was Du hörst, speicherst Du“ dringen differenzierte Stimmungen mit der feinst ausgebildeten und entwickelten Stimme des Stimmkünstlers herüber, es scheint keine Gefühlslage, keine Idee zu geben, die er nicht ausdrücken könnte. Wie ein Tänzer, der eins mit seinem Körper ist, ist Wolz eins mit seiner Stimme. In seiner Musik steckt die Gleichzeitigkeit - oder etwa die Zeitlosigkeit? Der Künstler zeigt uns Geschichten unseres Seins, aber Vergangenheit und Zukunft scheinen immer gleichzeitig im Raum zu schwingen.

Wolz arbeitet seit Jahren an Konzepten, die in erster Linie das Gehör ansprechen. In diesem Werk geht der Künstler mit einer Radikalität wie in früheren Arbeiten, jedoch in einer weiter entwickelten Ausdrucksform vor, die das Publikum dazu zwingt, sich auf das Hörorgan zu konzentrieren, sich auf das Hörbare einzulassen und eigene innere Bilder, Formen und Emotionen entstehen zu lassen. Seine Musik ist expressiv und soll nicht nur akustisch, sondern auch physisch zu spüren sein! Ein selbst gesetztes Ziel, das er wie schon in seinen vorherigen Programmen, mit Leichtigkeit erreicht. 




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