Lazaro 2012

Foto: Andreas Paasch

Inspiriert durch die dunkelste Geschichte Galiziens auf der kleinsten Insel San Simon erforschte Christian Wolz mit dem galizischen Choreographen und Tänzer Ivan Marcos den Konflikt zwischen Selbstkontrolle und sozialer Ausgrenzung.

San Simon war vom 15. bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Lazareto und diente als Isolierstation für Leprakranke.
Der Begriff Lazareto entstand aus dem Namen des heiligen Lazarus, der selbst an Lepra erkrankte.
Unter Franco wurde die Insel 1936 zu einem Konzentrationslager für Oppositionelle. 1950 wurde San Simon zu einem Event-Ort für die Faschistenbewegung.
Noch im selben Jahr ging ein Boot mit 43 Faschisten auf dem Transfer zum Festland unter, bei denen alle ums Leben kamen. Kurz darauf wurde die Insel verlassen und erst in den letzten Jahren wieder belebt.
Sie dient heute als Ort für Kultur.

Im Rahmen des internationalen Tanzfestivals Mov S 2008 wurde das Stück "Lazaro" von beiden Performern auf der Insel uraufgeführt.
Wolz überarbeitete das musikalische Werk und führte es im zweiten Teil des Abends der UA von Stalgico, als Lazaro 2012 erstmals in Berlin auf.




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